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Herzinfarkt

Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 60.000 ! Menschen an einem Herzinfarkt.

Um diese Zahl zu begreifen: Sie entspricht der Einwohnerzahl einer Mittelstadt in Deutschland.

Es gibt eine Reihe von Risikofaktoren, die jeder Einzelne bewusst reduzieren kann. Die Universität Leipzig kam zu dem Ergebnis, dass sich das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, allein schon durch Bewegung um 45 Prozent verringern ließe.

Ausdauersportarten wie Radfahren, Schwimmen und Nordic Walking sind gut geeignet, das Herz-Kreislaufsystem bis ins hohe Alter in Schwung zu halten.

Wir informieren über Ursachen, Symptome und Vorbeugemaßnahmen.

Der Herzinfarkt

Einleitung

Der Herzinfarkt scheint ganz plötzlich zu kommen und dann zählt auch schon jede Minute, um den rettenden OP-Tisch zu erreichen, denn wenigstens ein Drittel aller Herzinfarkt-Patienten verstirbt bereits vor Eintreffen in eine Klinik.

Und so urplötzlich der Infarkt einzutreten scheint, er resultiert weitestgehend aus einem langjährigen Raubbau, den wir an unserem Körper betrieben haben.

Erfreulich ist,
dass wir sofort damit beginnen können, einen Herzinfarkt vorzubeugen, auch wenn unsere Lebensweise bis dato nicht die gesündeste war. Bereits verengte Gefäße können sich wieder weiten und selbst Verkalkungen an den Herzkrankgefäßen zurückgehen. Bei ausreichender Bewegung können sich sogar körpereigene Bypässe ausbilden, die den Blutdurchfluss geschädigter Gefäße übernehmen. Diese Selbstheilungskräfte unseres Körpers können aber nur in Gang gesetzt werden, wenn wir unseren Lebensstil dauerhaft ändern und ungesunde Faktoren ausschalten.

Unerfreulich ist,
dass die erforderliche Umstellung der eigenen Lebensgewohnheiten für viele Menschen ein sehr großes Problem darstellt.

Wer einen Herzinfarkt überlebt hat, muss handeln, denn ein weiterer, möglicherweise tödlicher Herzinfarkt stellt sich bei etwa jedem zweiten Patienten ein, oftmals schon binnen eines Jahres. Aber auch diesem kann vorgebeugt werden, seitens des Patienten, aber auch durch eine bessere ärztliche Nachsorge.

Auslöser für einen Herzinfarkt

Auslöser für einen Herzinfarkt ist der Verschluss eines Herzkranzgefäßes durch Blutgerinnsel, die sich im inneren eines bereits verengten Gefäßes gebildet haben. Der Bereich des Herzmuskels, der nun nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden kann, stirbt binnen kurzer Zeit und endgültig ab.

Die Symptome

Männer und Frauen reagieren oft unterschiedlich auf einen Herzinfarkt.

Bei Männern
zeigen sich eher die bekannteren Symptome: Engegefühl im ganzen Brustkorb, verbunden mit Schmerzen in der Brust, die aber auch in andere Körperregionen (linker Arm, Schulter, Rücken, u.a.) ausstrahlen können. Hinzu können Übelkeit, Atemnot, Schweißausbrüche, Todesängste und Bewusstlosigkeit kommen.

Bei Frauen
treten Brustschmerzen seltener auf. Der weibliche Körper reagiert oft mit Kurzatmigkeit, Müdigkeit, Schlafstörung und Erschöpfung. Obwohl diese Symptome bereits Wochen vor dem eigentlichen Ereignis auftreten können und somit rechtzeitig behandelbar wären, werden sie seltener als Warnsignal für einen Herzinfarkt erkannt.

Es gibt aber auch Menschen, die bei einem Herzinfarkt keinerlei Beschwerden zeigen (stummer Herzinfarkt).

Sofortmaßnahmen - die ärztliche Versorgung

Bei einem Herzinfarkt bzw. dem Verdacht auf einen Herzinfarkt, ist sofort der Notruf 112 zu verständigen. Jede Minute zählt, um das Leben des Betroffenen zu retten. Der Rettungsdienst kann bereits auf der Fahrt in eine Klinik erste Maßnahmen einleiten.

In der Klinik angekommen, hat der Patient durch die moderne Apparatemedizin gute Überlebenschancen. Hier wird operativ versucht, das verschlossene Gefäß zu öffnen und es mittels Implantat offen zu halten, um weitere Schäden am Herzen zu verhindern.

An den Klinikaufenthalt schließt sich in der Regel eine 3-wöchige Rehamaßnahme an. Der Patient wird zudem mit Tabletten eingestellt, die er für den Rest seines Lebens einehmen muss.

Die mangelnde Nachsorge

Mit der 3-wöchigen Rehamaßnahme ist oftmals die Behandlung des Patienten abgeschlossen. Jeder zweite Patient erleidet jedoch einen weiteren möglicherweise tödlichen Infarkt, der sich durchaus in vielen Fällen hätte verhindern lassen, wenn der Betroffene seinen Lebensstil geändert und eine medizinische Nachsorge erhalten hätte.

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb Fernsehen) hat im August 2011 eine Medizin-Dokumentation ausgestrahlt, die diese Problematik verdeutlicht und Verbesserungsansätze vorstellt. Sowohl die Lebensqualität als auch die Überlebenschancen eines Herzinfarktpatienten können und könnten deutlich gesteigert werden.

Wir möchten Ihnen diesen sehr interessanten und informativen Beitrag ans Herz legen. Er ist in voller Länge (ca. 40 Minuten) im Internet auf rrb-online zu sehen (Siehe unsere Linkempfehlungen am Ende dieses Artikels).

Die Ursachen, die zu einem Herzinfarkt führen können

Eine Vielzahl von Faktoren sorgt dafür, dass sich Gefäße über Jahre oder Jahrzehnte durch Kalk- und Fettablagerungen an den Innenwänden immer stärker verengen.

Mit zunehmendem Alter steigt die Gefahr, einen Herzinfarkt zu erleiden. Ebenso können erbliche Vorbelastungen eine Rolle spielen.

Zu den beeinflussbaren Ursachen zählen:
Bewegungsmangel, das Rauchen, Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Störungen des Fettstoffwechsels, Stress, soziale Faktoren (wie z.B. Vereinsamung)

Die Koronare Herzkrankheit (KHK)

Im Laufe der Zeit können die benannten Ursachen zu einer krankhaften Veränderung der Gefäße, der sogenannten Arteriosklerose führen.

Sind die Herzkranzgefäße hiervon betroffen, so bezeichnet man dies als Koronare Herzkrankheit (KHK). Ablagerungen sowie Einrisse und Entzündungen im inneren der Gefäße sorgen für Gefäßverengungen, die zu einer Unterversorgung des Herzens mit Sauerstoff und Nährstoffen führen.

Deutliches Anzeichen dieser Erkrankung kann die Angina Pectoris sein, die aber nicht bei allen Erkrankten auftritt. Die Angina Pectoris bezeichnet einen oft nur wenige Minuten andauernder Schmerz in der Brust (Engegefühl), der besonders bei körperlicher Anstrengung, aber auch in Ruhe, immer wieder auftreten kann. Oftmals kann der Patient nicht zwischen einer Angina Pectoris und einem Herzinfarkt unterscheiden. Ein solcher Anfall kann - nach Absprache mit einem Arzt - medikamentös eingestellt werden, wenn andere Risikofaktoren und Nebenwirkungen ausgeschlossen werden können.

Mittels blutverdünnender Medikamente lässt sich eine besssere Fließgeschwindigkeit durch verengte Gefäße erreichen. Die Einnahme solcher Präparate sollte aber unbedingt mit dem Arzt abgesprochen werden.

Unter Umständen müssen stark verengte Gefäße durch eine Bypass-Operation künstlich umgangen werden.

Einige Krankenkassen bieten Patienten mit koronarer Herzkrankheit Gesundheitsprogramme an, um einer Verschlimmerung der Erkrankung entgegenzuwirken. Bitte informieren Sie sich gegebenfalls bei Ihrer Krankenkasse über entsprechende Angebote und stimmen Sie diese mit Ihrem Arzt ab.

Da schleichende Gefäßverengungen absolut schmerzfrei verlaufen können, wird die Koronare Herzkrankheit oftmals gar nicht erkannt. Und so bricht der Herzinfarkt, der irgendwann aus dem vollständigen Verschluss eines erkrankten Gefäßes resultiert, so scheinbar plötzlich über uns herein.

Bitte beachten Sie hierzu unsere link-Empfehlung am Ende dieses Artikels:
Die DAK (Deutsche Angestellten Krankenkasse) hat eine ausführliche Broschüre zum Thema "Koronare Herzkrankheit für Patienten und Angestellte" publiziert.

Den Herzinfarkt vorbeugen

Ab dem 36. Lebensjahr haben Sie fortan alle zwei Jahre den Anspruch, eine kostenlose Gesundheitsuntersuchung durchführen zu lassen. Dieser Gesundheits-Check-up ist u.a. darauf ausgelegt, frühzeitig Herzkreislauf-Erkrankungen vorzubeugen, Risikofaktoren (wie Diabetes mellitus, der Zuckerkrankeit, sowie Bluthochdruck u.a.) zu erkennen und gegebenenfalls behandeln zu lassen. Eine solche Bestandsaufnahme macht mit zunehmendem Alter Sinn, da viele Erkrankungen schleichend und über lange Zeit unser Herz-Kreislaufsystem ohne spürbare Symptome schädigen können.

Ob wir unter einem zu hohen Blutdruck leiden, können wir mit handelsüblichen Blutdruckmessgeräten selbst ermitteln. Regelmäßige Selbstmessungen geben mitunter sogar mehr Aufschluss, denn viele Patienten sind beim Arzt aufgeregt oder sogar ängstlich und haben dort kurzweilig einen höheren Blutdruck als im normalen Alltag.

Neben der Behandlung von Krankheiten, sollte unbedingt das Rauchen aufgegeben und eine Diät bei Übergewicht in Angriff genommen werden.

Durch eine gesunde Lebensweise beugen wir Herz-Kreislauferkrankungen, den Herzinfarkt eingeschlossen, vor:
Bewegung, Entspannung, ein gesunder Schlaf, eine gesunde Ernährung, wenig Stress, angenehme soziale Kontakte, Hobbys.

Sportmuffel oder Menschen mit Erkrankungen, sollten sich auf gar keinen Fall von jetzt auf gleich sportlich überbelasten, denn so gut dies gemeint sein mag, kann es das Herz zu stark belasten. Eventuell sind Sportarten und Trainigseinheiten besser mit dem Arzt abzustimmen. Ausdauersportarten wie Radfahren, Schwimmen und Nordic-Walkung sind bis ins hohe Alter gut geeignet das Herz-Kreislaufsystem in Schwung zu halten.

Den Lebensstil zu ändern stellt leider für viele Menschen ein sehr großes Problem dar. Mal eben das Rauchen aufzugeben, abzunehmen, auf ungesunde Lieblingsspeisen zu verzichten, fällt extrem schwer. Manche Faktoren wie Stress am Arbeitsplatz lassen sich scheinbar kaum lösen, weil oftmals existenzielle Ängste dahinterstehen.

Es wird uns kaum gelingen, alle Risikofaktoren auf einmal auszuschalten, selbst diese nicht, die wir selber beeinflussen können. Kleine Schritte bewirken eventuell mehr, als Resignation und der Aufgabe aller Vorhaben. Für kleine Wege Fahrrad statt Auto nehmen, Treppen statt Fahrstuhl benutzen...

Und wer es alleine gar nicht schafft, seinen inneren Schweinehund zu überwinden, der findet vielleicht sogar Freude daran, mit Gleichgesinnten Kochkurse und Sportvereine zu besuchen, oder Gesundheitsangebote der Krankenkassen zu nutzen.

Keine Zeit? Das sollte kein Argument sein, denn dreimal in der Woche eine halbe Stunde Sport zu treiben, steht in keinem Verhältnis, zu Berufsausfall, langjährigen Arztbesuchen, einer lebenslangen Einschränkung der Lebensqualität oder der Gefahr, einen Herzinfarkt zu erleiden.


Kontakt

Über Ihre Kommentare oder Fragen zu unseren Beiträgen freuen wir uns:
redaktion@portalgesund.de


Weblinks - Empfehlungen

Film - rbb Fernsehen
Broschüre der DAK als pdf

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