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Uwe Räth ist Inhaber der Apotheke Bockau

Im Interview: Uwe Räth ist Inhaber der Apotheke Bockau

Dass ein Apotheker Schnupftabak herstellt, ist zumindest in der heutigen Zeit ungewöhnlich. Wie kam es dazu, Herr Räth?

Mitte der 90er Jahre hat die Gemeinde Bockau ein Tourismuskonzept entwickelt, um Bockau zu beleben. Weil Bockau lange ein traditionelles Zentrum des Laborantenwesens war, kam bald die Idee auf, auch den Schnupftabak wieder zu Ehren kommen zu lassen. Die Gemeinde kam auf mich zu und ich habe mich gern an dem Vorhaben beteiligt.

Welche Rolle spielte der Schnupftabak früher in Bockau?

Seit Ende des 15. Jahrhundert bauten die Bauern um Bockau Arzneipflanzen und Heilkräuter an, die nicht nur zu Arzneimitteln und Schnaps verarbeitet wurden, sondern auch zu Schnupftabak. Und der war weit über die Grenzen der Region bekannt und beliebt.

Haben Sie die alten Rezepte übernommen?

Nein, sie mussten überarbeitet werden. Damals wurden auch Zutaten verwandt, die gesundheitsschädlich sein können - Maiglöckchenextrakt zum Beispiel. Wir haben solche bedenklichen Ingredienzien selbstverständlich durch andere ersetzt.

Wird denn der Bockauer Schnupftabak heutzutage stark nachgefragt?

Gerade in Bockau findet diese Spezialität ihre Abnehmer. Und über das Internet wird der Bockauer Schnupftabak durchaus auch überregional nachgefragt.

Interessant ist ja auch die Verpackung der einzelnen Portionen - was hat es damit auf sich, Herr Räth?

Die kleinen Spanschachteln sind genau wie ihr Inhalt etwas Besonderes: Sie werden in der traditionellen Größe hier in Bockau produziert.

Schnupftabak: Traditionsreicher Genuss

von Andrea Himmelstoß

Altbundeskanzler Helmut Schmidt, der als überzeugter Raucher wegen seines Zigarettenkonsums in der Öffentlichkeit sogar schon wegen Körperverletzung von einer Bürgerinitiative angezeigt wurde, hat eine Alternative zu den geliebten Glimmstengeln: Denn seit 1967 raucht er nicht nur sondern schnupft nebenher seinen Schnupftabak. Zumindest einen Vorteil hat diese Form des Nikotinkonsums auf alle Fälle: Der Tabak wird nicht geraucht und weil niemand vom blauen Dunst belästigt wird, darf überall geschnupft werden.

Schnupfen ohne Tabak

Allerdings enthält auch Schnupftabak Nikotin und macht daher abhängig. Auch andere gesundheitliche Beeinträchtigungen können keinesfalls ausgeschlossen werden. Doch es gibt Alternativen: Schnupftabak ohne Tabak. Nun gut, das ist dann eigentlich Schnupfpulver und besteht meist aus Traubenzucker und unterschiedlichen Aromen. Doch es lässt sich vergnüglich und ohne unerwünschte oder schädliche Wirkungen schnupfen. Im Gegensatz zum Schnupftabak ist das Schnupfpulver übrigens weiß.

Bockauer Schnupftabak

Anders verhält es sich beim Bockauer Schnupftabak. Dessen Grundlage ist nämlich Bohnenmehl, das in der Apotheke Bockau fein gemahlen und gesiebt wird. Hinzugefügt werden ätherische Öle, die dem tabakfreien Schnupftabak seine ganz besondere und gerade in der Region beliebte Note verleihen.

Das Ritual des Schnupfens ist das gleiche - ob Schnupfpulver oder Schnupftabak: Das Pulver wird auf den Handrücken der geballten linken Faust in zwei kleinen Häufchen aufgeschichtet. Daumen und kleiner Finger werden dabei abgespreizt. Von dort wird das Pulver mit Bedacht eingesogen. Auch von der Fingerkuppe aus ist das problemlos möglich. Nur ein Taschentuch sollte man immer dabei haben.

Schnupfmaschinen jeder Couleur

Eine Kuriosität am Rande sind Schnupfmaschinen, die die Prise mit Schwung in die Nase befördern. Die Kreativität ihrer Erbauer kennt kaum Grenzen. Vom umfunktionierten Stiefelknecht über kleine Fässchen und stilisierte Geigen bis hin zur Schnupftabakmaschine für sage und schreibe 13 Schnupfer scheint alles möglich zu sein.

Schmuckstücke

Wer gern schnupft, den verlockt sicher bald auch eine Tabatiere, eine Dose für Schnupftabak oder Schnupfpulver. Neben Silber und Messing wurden die Tabaksdosen auch aus Horn, Schildpatt, Elfenbein und Bernstein gearbeitet. Im 18. und 19. Jahrhundert waren diese Kleinodien ein beliebtes Geschenk. Schnupfen war damals durchaus salonfähig. Aber auch rustikalere Stücke aus Holz und kleine Fläschchen aus Porzellan oder Steingut waren gebräuchlich. Heute sind Tabatieren genau wie Schnupftabakmaschinen begehrte Sammlerobjekte.

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