PORTALgesund
Tinnitus GU

PD Dr. med Uwe H. Ross

Tinnitus
So finden Sie wieder Ruhe
Reihe: GU Ratgeber Gesundheit
128 Seiten, mit ca. 60 Abbildungen
Format: 16 x 21,5 cm. Softcover
Preis: 13,98 €
ISBN 978-3-7742-7111-1

Dr. med. Uwe H. Ross
ist Hals-Nasen-Ohren-Arzt und Psychotherapeut mit eigener Praxis in Freiburg i. Breisgau.
Er war lange ärztlicher Leiter der Tinnitus-Abteilung der dortigen Universitäts-HNO-Klinik.

Tinnitus - Terror im Ohr

Auch wenn es bei Ihnen im Ohr weder störend klingelt, klopft, zischt, pfeift oder rauscht - es macht Sinn, sich auf jeden Fall einmal mit diesem Symptom zu beschäftigen. Denn der Tinnitus kommt plötzlich, kann jeden Menschen ereilen und ist unbedingt sehr schnell zu behandeln. Viele Menschen verschieben gerne notwendige Arztbesuche - aber gerade beim Tinnitus ist es wichtig binnen weniger Tage den HNO-Arzt aufzusuchen. In Deutschland sind derzeit ca. 3 Millionen Menschen betroffen. Jedes Jahr kommen über 300.000 neue Fälle hinzu.

Der Tinnitus stellt in vielfacher Hinsicht ein interessantes Phänomen dar. Urplötzlich werden Geräusche gehört, die es in der Umgebung tatsächlich nicht gibt. Bei ca. 50 Prozent der Betroffenen verschwinden diese Geräusche wieder von selber (Spontanheilung). Die langwierige Behandlung des chronisch gewordenen Tinnitus macht deutlich, wie lange wir brauchen, um unsere Konzentration weg von störenden Dingen zu lenken, hin zu den wichtigen und schönen Dingen im Leben. Wer sich näher mit den Therapieformen beschäftigt, erfährt, wie die Wahrnehmung eines Geräusches im Ohr mit unserem ganzen Leben zu tun hat und auch ganzheitlich behandelt werden muss. Und diese Zusammenhänge lassen sich selbstverständlich auf viele Bereiche unseres Lebens übertragen, in denen uns quälende Probleme nicht mehr loslassen und unsere Gesundheit (geistig, körperlich und sozial) angreifen.

Der Tinnitus ist bis heute nicht hinlänglich erforscht und so werden eine Vielzahl möglicher Ursachen benannt und eine Reihe von Therapien angeboten, die für den Betroffenen hohe Kosten verursachen können, ohne am Ende Linderung zu verschaffen. Viele Angebote zur Behandlung werden nicht von den Kassen übernommen. Dennoch gibt es Behandlungsmöglichkeiten, die sich bewährt haben und Betroffenen wieder Lebensqualität geschenkt oder sogar von den lästigen Störgeräuschen befreit haben.

Die Ursachen und Auslöser

Der Tinnitus kann viele körperliche und/oder psychische Ursachen haben. Eine Entzündung im Ohr, zu hoher oder zu niedriger Blutdruck, eine falsche Kieferstellung, zu große Beschallung am Arbeitsplatz oder in Diskotheken kann ebenso eine Ursache sein wie Stress. Auch geht der Tinnitus oft einher mit einem Hörsturz, dem plötzlich auftretenden Hörverlust (teilweise oder total). Eine weitere Ursache kann die häufige Einnahme von Schmerzmitteln sein. Ein Wirkstoff, der von Fachärzten besonders benannt wird ist Acetylsalicylsäure, besser bekannt als ASS. Viele Menschen nehmen Präparate (auch mit diesem Wirkstoff) vorsorglich ein, ohne sich darüber im klaren zu sein, dass nahezu alle Medikamente Nebenwirkungen haben, besonders bei langzeitiger Einnahme.

Wer ist betroffen?

Frauen und Männer sind ab dem 40. Lebensjahr stärker betroffen. Durch die Beschallung in Diskotheken oder dem Tragen von Kopfhörern, insbesondere von Innenohrstöpseln, sind aber auch immer jüngere Patienten zu beklagen.

Beschwerden und Folgen für die Betroffenen

Die eingangs beschriebenen Störgeräusche müssen nicht belastend sein. Die meisten Menschen hören in der Stille Geräusche, denen sie aber kaum Beachtung schenken und die die Lebensqualität nicht beeinträchtigen. Eine notwendige Behandlung ist angesagt, wenn die Geräusche den Betroffenen stören und/oder derart belasten, dass Angstgefühle, Schläfstörungen und Depressionen entstehen, Kontakte gemieden werden, sogar Arbeitsunfähigkeit droht, zuweilen sogar Suizidgedanken auftreten.

der akute Tinnitus - das erste Auftreten

Der akute Tinnitus bezeichnet die ersten drei Monate seit Auftreten des Symptomes. In dieser Phase gilt es möglichst binnen der ersten Tage einen HNO-Arzt aufzusuchen, der beginnt, die Ursachen abzuklären. In dieser Phase wird nicht selten eine medikamentöse Behandlung eingeleitet. Die Tatsache, dass der Tinnitus erfreulicherweise bei 50 Prozent der Betroffenen von selber zurückgeht, erschwert aber leider auch, den Behandlungserfolg einer bestimmten Therapieform zuzuschreiben zu können.

der chronische Tinnitus

Die chronische Phase beginnt nach 3, spätestens nach 6 Monaten. Wenn der Tinnitus trotz Behandlung nicht beseitigt werden konnte, bedeutet das für den Patienten leider, dass er die Begleiterscheinungen für längere Zeit, vielleicht sogar für immer akzeptieren muss, denn eine Therapie dauert etwa ein Jahr oder länger und kann die gesundheitliche Beeinträchtigung in vielen Fällen nur lindern, die Störgeräusche aber nicht immer beseitigen. Ein Behandlungserfolg setzt nahezu voraus, dass der Patient bereit ist, sich positiv mit den Beschwerden und dem Umgang hiermit auseinanderzusetzen und die Therapie aktiv mitzugestalten.

Ein Grund, warum eine ganzheitliche Therapie soviel Zeit benötigt, liegt darin, wie wir uns grundsätzlich auf Probleme und Störungen konzentrieren. Viele Menschen haben zeitweilig Schlafstörungen, wenn Sie unter ungelösten Problemen leiden, sei es am Arbeitsplatz, in der Beziehung, wenn sie in Lebensbereichen überfordert sind oder noch schlimmer, wenn Sie Opfer von Gewalttaten geworden sind. Die Gedanken an die Probleme können kaum mehr gestoppt werden, nehmen mehr und mehr Raum ein und greifen am Ende nicht nur die körperliche Gesundheit an, sondern beeinträchtigen auch das soziale Leben. Sind die Probleme gelöst, tritt in der Regel auch wieder Ruhe ein.

Der Tinnitus ist aber in der chronischen Phase zunächst ein bleibendes Störgeräusch, er hört nicht mehr auf, und so löst allein schon die Angst vor dem dauerhaften Terror eine immer stärkere Konzentration auf das Geräusch aus, verbunden mit Schlafstörungen, anderen Beschwerden und Beeinträchtigungen des Lebens überhaupt. Das Gehirn wird regelrecht darauf trainiert und geeicht, den Tinnitus mit vielen anderen Beschwerden und Lebensbereichen zu verknüpfen, obwohl zunächst nur ein Geräusch im Ohr wahrgenommen wurde.

die Tinnitus-Therapie

Auch, wie andere Tinnitus-Therapien nicht unumstritten, gilt die Tinnitus-Retraining-Therapie bislang dennoch als am wirkungsvollsten.

Das Problem wird ganzheitlich verstanden und behandelt. Das Ergebnis soll sein, den Betroffenen von der Konzentration auf das Geräusch zu "befreien", was bestenfalls sogar dazu führt, dass es überhaupt nicht mehr wahrgenommen oder zumindest positiv bewertet wird. Der Patient wird über den Tinnitus umfassend informiert, es gibt unterschiedliche akkustische Hilfen, die zum Teil am Ohr getragen werden können. Die Konzentration wird auf andere Geräusche umgeleitet, das Störgeräusch wird dabei nicht unterdrückt, sondern rückt in den Hintergrund, so dass es irgendwann als Begleitgeräusch akzeptiert und nicht mehr konzentriert wahrgenommen wird. Leider ist dieses ein langwieriger Prozess. Bei Schwerhörigkeit können aber auch Hörgeräte helfen, da die realen Geräusche wieder besser wahrgenommen werden können und allein so dass Störgeräusch wieder in den Hintergrund rückt.

Zusätzlich wird eine Psychotherapie in Betracht gezogen, Entspannungsübungen sowie sportliche Betätigungen empfohlen. Letztendlich gilt es, mit dem Patienten gemeinsam eine individuell abgestimmte Behandlung zu finden.

Für all jene Patienten, die schwerst unter den Beschwerden leiden gibt es stationäre Angebote.

Buchempfehlung

Wir möchten Betroffenen und Angehörigen von Betroffenen das Buch "Tinnitus" von Dr. Med Uwe. H. Ross empfehlen, erschienen im GU Verlag - ebenso empfohlen von der Deutschen Tinnitus-Liga e.V. (siehe rechte Spalte).

In verständlicher Sprache informiert es umfassend über den Tinnitus: die Abläufe im Ohr, die Ängste und gesundheitlichen Folgeerscheinungen, die der Tinnitus auslöst, die Therapieformen und darüber hinaus liefert der Autor eine Vielzahl von Übungen und Hilfestellungen für einen besseren Umgang mit dem Tinnitus und mit sich selbst. - Auch für Nichtbetroffene stellt es eine interessante Lektüre dar, weil es uns eine Vielzahl von gesundheitlichen Zusammenhängen deutlich macht, die durchaus auf eine Reihe anderer Beschwerden übertragbar sind.

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