Uwe Räth ist Inhaber der Apotheke Bockau und Osteoporose-Berater

Wir sprachen mit Apotheker Uwe Räth, Leiter der Apotheke und Versand-Apotheke Bockau

Werbung für Schlankheitsmittel findet sich ja reichlich in den Zeitungen und Illustrierten. Ist das gut fürs Geschäft?

Über Werbeversprechen wie "Fünf Kilo in drei Tagen" freue ich mich persönlich gar nicht. Als Apotheker habe ich den Anspruch und bin natürlich auch verpflichtet, den Kunden seriös zu beraten und nur Produkte anzubieten, die tatsächlich für ihn sinnvoll sind.

Gibt es denn überhaupt ernst zu nehmende und empfehlenswerte rezeptfreie Schlankheitsmittel?

Leider sehr wenig. Damit ich ein Produkt empfehlen kann, muss für mich zunächst einmal der Wirkmechanismus nachvollziehbar sein. Gibt es darüber keine plausiblen Informationen kommt es nicht in Frage. Ist die Wirkweise belegt, muss das Produkt natürlich auch zum Kunden und seinen Problemen passen. Übergewicht kann sehr unterschiedliche Ursachen haben. Wenn jemand aufgrund von Süßigkeiten dick ist, hilft ihm ein Medikament überhaupt nicht, das Nahrungsfette neutralisiert.

Wäre es nicht besser auf Schlankheitsmittel ganz zu verzichten und sich auf gesunde Ernährung und Sport zu beschränken?

Im Idealfall schon. Sie müssen aber bedenken, dass nicht jeder Zeit und Gelegenheit hat, seine Mahlzeiten selbst zuzubereiten. Normalerweise wird dann gegessen, was auf den Tisch kommt. Hier können fertige Ersatzmahlzeiten aus der Apotheke einen guten Beitrag leisten. Sie sind kalorienarm, nährstoffreich und machen trotzdem satt. Dafür lässt man dann die Bratwurst mit Pommes in der Kantine.

Sie hatten bereits erwähnt, dass es Produkte gibt, die Nahrungsfette entschärfen. Ist das eine gute Idee: erst futtern und dann Tabletten nehmen, die den Schaden wieder gut machen?

Nein, so kann das nicht funktionieren. Solche Medikamente dürfen nur unterstützend eingesetzt werden. Die Umstellung auf eine fettarme Ernährung ist für viele nicht einfach. Falsche Essgewohnheiten gehen im wahrsten Sinne des Wortes in Fleisch und Blut über. In der Anfangsphase einer Diät können solche Mittel den Betroffenen über den Berg helfen. Als Dauerlösung sind sie nicht gedacht.

Übergewicht
und der Kampf gegen die Pfunde

Übergewicht ist ein altes Thema doch heute aktueller denn je. Dass starkes Übergewicht zu ernsthaften Erkrankungen wie Diabetes, Herz- und Kreislauferkrankungen oder Gelenkschäden führen kann, ist allgemein bekannt. Umso erschreckender, dass in den Industrieländern die Zahl der Übergewichtigen stetig ansteigt. In Deutschland sind es momentan 65 Prozent der Männer und 55 Prozent der Frauen. Das Risiko einer ernsthaften Folgeerkrankung ist für diese Gruppe erhöht. Hier sind enorme gesellschaftliche Anstrengungen nötig - und zum Teil auch schon begonnen worden -, um diesem Trend entgegenzuwirken.

Wer ist zu dick?

Natürlich sollte auch der Normalgewichtige darauf achten, dass sein Gewicht normal bleibt. Für den Winterspeck sind viele empfänglich. Und wenn jährlich ein Kilo mehr auf der Waage zu verzeichnen ist, kann sich jeder ausrechnen, wann er endlich auch zum Club der Dicken gehört. Tipps die helfen, das Gewicht zu halten, finden Sie am Ende dieses Beitrags. Doch hier zunächst die Frage: Wer ist zu dick und sollte seiner Gesundheit zu Liebe etwas dagegen tun?

Offizielle Grundlage für die Feststellung von Übergewicht ist der so genannte Body-Mass-Index (BMI). Diese Indexzahl erhält man, wenn man das Gewicht durch das Quadrat der Körpergröße teilt. In einer Tabelle lässt sich dann die "Gewichtsklasse" ermitteln. Je nach Altersgruppe liegt der Index für das Normalgewicht eines Erwachsenen zwischen 19 und 25.

Neuere Untersuchungen belegen die besondere Bedeutung des Bauchumfangs als Indikator für mögliche Folgeerkrankungen des Übergewichts. Diesen misst man in leicht ausgeatmetem Zustand vor dem Frühstück. Die richtige Position ist in Höhe der Lücke zwischen Rippen und Hüftknochen. Ein deutlich erhöhtes Risiko ergibt sich für Frauen bei einem Umfang von 88 cm und bei Männern ab 102 cm. Viele Experten halten die Ermittlung des Bauchumfangs für aussagekräftiger als die des BMI.

Auch der Schlankheitswahn ist eine Krankheit. Betroffen sind vor allem Menschen mit einem normalen Gewicht. Für manche Frau stellt die Hungerharke das Idealbild dar. Mit der Gruppe der oft nur eingebildeten Dicken und dem falschen Weg zur Traumfigur setzt sich Ramona Hapke in Ihrem kritischen Beitrag Schlank um jeden Preis auseinander.

Übergewicht erfolgreich bekämpfen

In den meisten Fällen bestätigt die Messung eines zu großen Bauchumfangs das, was man schon im Spiegel sehen konnte. Übergewicht ist meist offenkundig und häufig auch unschön. Wer sich nicht wohl in seiner Haut fühlt, weil er zu dick ist und sich deshalb unattraktiv findet, sollte allein schon deshalb handeln.

Erforschen Sie die Ursachen! Zunächst gilt es herauszufinden, woher das Übergewicht kommt. Zu wenig Bewegung? Zu viel Essen? Listen Sie auf, wie viel Bewegung Sie sich verschaffen. Wer tagsüber im Büro sitzt und abends vor dem Fernseher, wird wenig Aussichten auf Erfolg haben. Ausdauersport bringt mehr Fett zum schmelzen als Kraftsport. Lieber langsam anfangen und dafür dabei bleiben als sich zu überfordern und entnervt aufzugeben. Schreiben Sie auf, was Sie sportlich geleistet haben, denn das Gedächtnis ist bestechlich. Am meisten Spaß macht Bewegung in der Gruppe. Angebote von Sportvereinen, Volkshochschulen und Krankenkassen gibt es reichlich.

Analysieren Sie Ihr Essverhalten, indem Sie alles aufschreiben, was Sie essen und trinken. Häufig führt allein diese Maßnahme schon zu einer Verbesserung. Wer all das notieren muss, was er sich sonst beiläufig in den Mund schiebt, wird sich seiner Ernährungssünden schnell bewusst und verzichtet freiwillig.

Natürlich gibt es auch krankhafte Ursachen für Übergewicht, so z.B. bestimmte Stoffwechselkrankheiten. In diesem Fall ist jedoch der Arzt gefragt, der möglicherweise mit Medikamenten helfen kann. Auch suchtartiges Ess- oder Trinkverhalten kann zu Übergewicht führen. Die bloße Willenskraft reicht dann unter Umständen nicht mehr aus, um allein mit dem Problem fertig zu werden. Auch für solche Fälle gibt es ärztliche Hilfe.

Übergewicht von Kindern ist ein Thema für sich, das in diesem Rahmen nur angesprochen werden kann. Die Verantwortung tragen in der Regel die Eltern, denn die bestimmen, was auf den Tisch kommt. Oft geben aber die Eltern nur das Essverhalten weiter, das sie selbst gelernt haben. - Eine Erklärung, aber keine Entschuldigung, die die Eltern aus der Pflicht nimmt. Obwohl schon viel Aufklärungsarbeit z.B. von Kinderärzten, Kindergärten, Schulen und Krankenkassen für Eltern und Kinder geleistet wird, haben die bisherigen Anstrengungen offenbar noch nicht ausgereicht, um diese unglückliche Kette zu beenden.

Doch zurück zu den Erwachsenen: Wer ansonsten gesund ist, sollte das "Projekt Normalgewicht" langfristig anlegen. Kranke sollten dagegen ihre Diätpläne unbedingt mit dem Arzt absprechen. Hüten Sie sich vor ungesunden Radikalkuren, die nur das heimliche Ziel haben, das ungeliebte Thema Abnehmen schnell hinter sich zu bringen, damit anschließend wieder hemmungslos "zugeschlagen" werden kann.

Schafft man es dagegen, in einem Monat nur ein Kilo abzunehmen, hat man nach einem Jahr ganze 12 Kilo verloren! Wer dies als Ziel hatte, darf sich spätestens dann neu einkleiden.

Wer eine Zeit lang mitprotokolliert hat, was er zu sich nimmt, sieht schnell, woher er "sein Fett bekommen" hat. Ist es das Fleisch, sind es die Süßigkeiten oder ist es das abendliche Bier? Bei manch einem kommt leider alles zusammen.

Eine Unsitte und absolut überflüssig ist z.B. der regelmäßige und durch die Ablenkung nahezu mechanische Verzehr von Knabberkram vor dem Fernseher. Wenn es nach dem Abendessen noch etwas sein muss, dann tut es auch Obst oder Gemüse, z.B. Apfel, Möhren oder Paprika, das man in mundgerechten Stücken ohne Reue servieren kann.

Das Bild zeigt Apfel und Möhren auf einer Personenwaage
Leichte Kost kommt bei Ihrer Waage gut an.

Verkleinern Sie Ihre Portionen! Fünf kleine Mahlzeiten, die man bewusst und ohne Ablenkung einnimmt, sind besser als drei große. Wer gewohnt ist, sich regelmäßig voll zu stopfen, überdehnt seinen Magen. Ein großer Magen verlangt nach mehr Nahrung, damit sich das Sättigungsgefühl einstellen kann. Untersuchungen haben gezeigt, dass Personen, denen eine große Portion vorgesetzt wird, mehr essen, als andere, die ihren Teller selbst füllen dürfen. Offenbar hat die Größe einer Portion eine suggestive Wirkung auf den Esser. Eine Erkenntnis, die sich wohl die Lebens- und Genussmittelhersteller gewinnbringend zunutze gemacht haben, denn die Portionen und Packungen sind in den letzten Jahrzehnten ständig größer geworden.

Wichtig ist auch der Einkauf: Was nicht gekauft wurde, kann auch nicht gegessen werden. Wer hungrig einkauft, kauft mit dem Bauch ein und nicht mit dem Kopf. Wer für die Familie einkauft und kocht, sollte sich seiner besonderen Verantwortung bewusst sein!

Relativ leicht ist die Umstellung auf kalorienarme oder -freie Getränke. Obwohl der Körper Zucker braucht, wird über Getränke doch häufig mehr Zucker aufgenommen als notwendig ist. Ungesüßte Fruchtsäfte sind im Gegensatz zu zuckerhaltigen Limonaden zwar empfehlenswert, sollten aber als Saftschorle, also mit Mineralwasser gemischt getrunken werden. Überhaupt sollte man viel Mineralwasser oder kalorienfreien Früchtetee trinken.

Die Umstellung der Ernährung sollte auf jeden Fall schrittweise erfolgen. Ersetzen Sie nach und nach zu fette oder zu süße Speisen gegen gesunde und nährstoffreiche, wie Obst, Gemüse und Vollkornbrot. So verhindert man Stress, Frust und Stimmungstiefs. Tipps für eine gesunde Ernährung finden Sie auch über die Linkliste.

Hilfe aus der Apotheke?

Dies ist ein heikles Thema, bei dem viele Apotheker sich nicht wohl fühlen. Schuld daran ist vor allem die marktschreierische Preisung vieler Schlankheitsmittel als Wunderwaffe gegen die Pfunde. Diese Werbung haben die Hersteller zu verantworten, die den Apotheken damit einen Bärendienst erweisen. Zum Glück gibt es aber auch einige Anbieter, die ihre Produkte seriös beschreiben.

Dass der Ersatz einer fetten Kantinenmahlzeit, durch eine nährstoffreiche aber kalorienarme Mahlzeit aus der Apotheke durchaus sinnvoll sein kann, dürfte jedem einleuchten. Wie Apotheken darüber hinaus eine ausgewogene und zielführende Diät wirkungsvoll unterstützen können, erfahren Sie im Interview mit Apotheker Uwe Räth in der rechten Spalte.

Das neue Gewicht halten

Bleiben Sie wachsam! Wer über einen längeren Zeitraum an sich gearbeitet hat, und endlich sein Zielgewicht erreicht hat, möchte natürlich, dass dieser Erfolg auch von Dauer ist. Im Großen und Ganzen sollte die neue Lebensweise, die aus gesunder Ernährung und ausreichender Bewegung besteht, beibehalten werden. Die Nahrungsmenge wird halt so ausgelegt, dass das Gewicht sich immer wieder beim Zielgewicht einpendelt.

Um das kontrollieren zu können braucht man eine genaue Waage, die man am besten jeden Morgen vor dem Frühstück betritt. Kleinere Gewichtsschwankungen sind normal, doch merkt man recht schnell, wenn die Messwerte wieder nach oben steigen wollen. Gefahr droht vor allem von Wochenenden, Feiertagen, Familienfesten und Partys. Natürlich darf man sich auch mal etwas gönnen. Oft reicht es dann schon, wenn man am nächsten Tag etwas kürzer tritt. Wenn sich doch mal wieder ein überflüssiges Pfund eingeschlichen hat, muss man sofort handeln: Kalorien reduzieren und sich besser noch etwas mehr bewegen. Dann ist schnell wieder alles im grünen Bereich.

Nachgedacht ...

Mit der Gruppe der oft nur eingebildeten Dicken und dem falschen Weg zur Traumfigur setzt sich Ramona Hapke in Ihrem kritischen Beitrag Schlank um jeden Preis auseinander.

Weitere Informationen im Web

Im Internet finden Sie zahlreiche Quellen für Informationen rund um das Thema Übergewicht und richtige Ernährung. Die folgenden Links stellen nur eine kleine Auswahl lesenswerter Beiträge dar.

Haftungsausschluss

Die hier vorliegenden Gesundheitsinformationen wurden mit großer Sorgfalt recherchiert. Dennoch können die Empfehlungen auf dieser Seite im Einzelfall falsch sein.
Diese Informationen ersetzen keine individuelle Beratung durch Ihren Arzt oder Apotheker!
Bei unabgeklärten Beschwerden oder dem Verdacht auf eine Erkrankung suchen Sie bitte Ihren Arzt auf!
Vor der Einnahme von Medikamenten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!

 

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