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Gefahrensymbol Radioaktivität

Gefahrensymbol "Radioaktivität"


Das Sievert
Die Maßeinheit Sievert wird u.a. verwendet, um die für den Menschen schädliche Strahlung
in Luft, Wasser, Böden und Nahrung zu ermitteln und zulässige Grenzwerte zu bestimmen. Die Angaben erfolgen i.d.R. in Millisievert (mSv).

Die Halbwertzeit
Mit diesem Begriff (unten angegeben in HZ) wird die Zeitspanne definiert, in der die radioaktiven Stoffe bis zur Hälfte zerfallen sind.

Radioaktive Stoffe die für den Menschen besonders schädlich sind und bei einem Reaktorunfall freigesetzt werden können:

Jod 131 - HZ ca. 1 Woche
Gegen das krebsauslösende
Jod 131 können sich Menschen durch Tabletteneinnahmen schützen (siehe Haupttext). Insbesondere gilt dieser Stoff als Auslöser für Schilddrüsenkrebs bei Säuglingen und Kleinkindern.

Strontium 90 - HZ bis zu 30 Jahren
Unser Körper kann nicht zwischen dem für den Knochenaufbau wichtigen Kalzium und dem giftigen Strontium unterscheiden. Somit reichert sich dieser Stoff insbesondere in den Knochen an und gilt als Auslöser für Leukämie.

Cäsium 137 - HZ ca. 30 Jahre
Das Cäsium 137 kann in die Zellen gelangen, greift besonders Nerven- und Muskelzellen an und gilt als krebsauslösend. Es konterminiert insbesondere Waldböden und kann dem Menschen über die Nahrungskette auch nach vielen Jahrzehnten erreichen und schädigen.

Plutonium 239 - HZ über 20.000 Jahre
Die größte Angst in Fukushima besteht und bestand vor der Freisetzung des Plutoniums. Plutonium lagert sich hauptsächlich in den Knochen und in der Leber an. Bereits allerkleinste über die Atmung aufgenommene Mengen gelten als Auslöser von Leukämie und Leberkrebs.

Die Angst vor verstrahlten Lebensmitteln in Deutschland

Informationen:


1. zur aktuellen Lage
2. Importbestimmung für Lebensmittel aus Japan
3. Verstrahlung in angrenzenden Ländern
4. Telefonhotline
5. Verstrahlte Nahrungsmittel in Deutschland
6. 2 aktuelle Schreckensmeldungen - 2 Wirkungen


Nicht nur die Bilder der qualmenden Reaktorblöcke von Fukushima wirken bedrohlich und lösen auch hierzulande Ängste in der Bevölkerung aus. Immer mehr Informationen über hoch verstrahlte Nahrungsmittel, belastetes Trinkwasser oder um stark erhöhte Jod 131-Werte im Meer vor Fukushima gelangen an die Öffentlichkeit.


1. Zur aktuellen Lage


Die Situation vor Ort
Zutiefst besorgniserregend ist die gesundheitliche Gefahr für die Menschen vor Ort, je näher sie um das Kernkraftwerk Fukushima leben. Die langfristigen gesundheitlichen Folgen durch das Reaktorunglück lassen sich heute für diese Menschen noch gar nicht abschätzen. Zudem ist die Gefahr weiterer Explosionen in den Reaktoranlagen immer noch nicht gebannt. Ob jeder Bürger in den Krisengebieten rechtzeitig vor dem Verzehr der hochverstrahlten Lebensmittel gewarnt wurde, oder diese mangels Alternativprodukte nicht gar verzehrt werden müssen, kommt hinzu.


Welche Lebensmittel werden aus Japan importiert
"Exporte aus Japan nach Deutschland sind weitgehend auf Spezialitäten (Pilze, Gewürze, Saucen, Tee, Alkoholika) beschränkt. Frischwaren werden praktisch nicht exportiert, ausgenommen wenige Fischspezialitäten. Aufgrund von Verarbeitung und Transport (Seewege) sind aktuell keinerlei Gefährdungen zu befürchten."
> Quelle: BfR - Belastung von Lebens- und Futtermitteln


Wie die EU und deutsche Behörden auf die Katastrophe reagieren
Nahezu alle Webseiten der zuständigen Ministerien, Behörden und Institute informieren aktuell über die Überwachung der Strahlenwerte in Deutschland.

Der einheitliche Tenor lautet: Weder über Luft, Wasser oder Lebensmittelimporte besteht derzeit in Deutschland eine gesundheitliche Gefährdung der Bevölkerung durch das Reaktorunglück in Fukushima.


2. Importbestimmung für Lebensmittel aus Japan


Ende März hat die EU Kontrollstandards für den Import japanischer Lebensmittel ausgegeben, die mit sofortiger Wirkung von den Ländern umgesetzt werden.

Die Bestimmungen sehen vor, dass künftig aus Gründen des vorsorgenden Verbraucherschutzes alle Lieferungen aus Japan an den Außenkontrollstellen der EU angehalten und überprüft werden. "Waren aus den betroffenen Regionen dürfen nur eingeführt werden, wenn ein Gesundheitszertifikat aus dem Herkunftsland Japan bescheinigt, dass keine erhöhte radioaktive Belastung vorliegt. Zusätzlich wird ein Teil dieser Sendungen von den Überwachungsbehörden der Mitgliedstaaten einer weiteren analytischen Kontrolle unterzogen..."
Quelle: aus der Pressemitteilung Nr. 072 vom 25.03.11
> Sicherheitsmaßnahmen für Importe aus Japan weiter verschärft


3. Ausweitung der Verstrahlung auf angrenzende Länder


Bislang wehte die Strahlenwolke auf das offene Meer. Das darf man als Glück bezeichnen. Da die Gefahr von Explosionen in den Kraftwerken noch nicht gebannt ist, können also bei anderen Windrichtungen weitere Länder incl. Böden und Nahrungsmittel verstrahlt werden. Deutschland befindet sich eine halbe Erdumdrehung von Japan entfernt, so dass eine Gefährdung für die deutsche Bevölkerung eher über Lebensmittelimporte aus weiteren Ländern bestehen könnte.

Zu dieser Problematik äußerte sich die Verbraucherministerin Ilse Aigner gegenüber der Rheinischen Post am 18.3.2011 wie folgt:
"Sollten angrenzende Staaten von den Auswirkungen betroffen sein, werden wir dies in Deutschland bei den Kontrollen von importierten Gütern natürlich berücksichtigen."


4. Telefonhotline - persönliche Behördenauskunft unter 115


Besorgte Bürger können über die bundesweite (kostenpflichtige) Telefonnummer 115 persönlich Behördenauskunft auf ihre vielen Fragen erhalten, die mit dem Reaktorunfall in Japan verbunden sind.
> Weitere Informationen (auch zu den Tarifen)


5. Verstrahlte Nahrungsmittel in Deutschland


Diese Bedrohung gibt es tatsächlich auch in Deutschland - seit Jahrzehnten. Denn Tschernobyl hat seine Spuren bis heute in einigen Regionen Deutschlands hinterlassen. Wildbret und verschiedene Pilzsorten aus Waldgebieten in Bayern sind auch 25 Jahre nach Tschernobyl noch derart hoch verstrahlt, dass sie nicht verzehrt werden dürfen.

Randbemerkung:
Erst viele Jahre nach Tschernobyl wurde auf die Konterminierung von Nahrungsmitteln mit der Festsetzung von Grenzwerten reagiert. Ausführliche Informationen - auch hierzu - liefert die Broschüre "Pilze und Wild - Tschernobyl noch nicht gegessen" vom Umweltinstitut München e.V.
> Broschüre


Vorsicht Mineralwasser
Schwangere und Eltern sollten sich insbesondere über die Strahlenwerte von Mineralwassern informieren. Einige Mineralwasser enthalten durch die natürlichen Strahlenvorkommen in den Böden erhöhte Werte. Diese Wasser sind weder für Schwangere noch für die Babynahrungsaufbereitung oder Kleinkinder geeignet.

Detaillierte Informationen über Strahlenwerte in deutschen Lebensmitteln (Pilzsorten, Wildbret, Mineralwasser u.a.) erhalten Sie über die Webseite des Bundesamtes für Strahlenschutz:
> Ionisierende Strahlung - Lebensmittel


Kriminelle Energie
Lebensmittelskandale sind auch immer wieder verbunden mit Profitgier und krimineller Energie. So wurden auch nach Tschernobyl hochverstrahlte Lebensmittel umetikettiert und auf dem deutschen Markt verkauft.


6. Zwei aktuelle Schreckensmeldungen -
zwei Wirkungen


Gestern noch hat uns der Dioxin-Skandal Sorge bereitet, heute sind es die Ereignisse in Fukushima (obwohl auch hier bereits die Berichterstattung deutlich nachgelassen hat) und auch morgen werden sich wieder Nachrichten finden, die für kurze Zeit in den Vordergrund rücken und die beständigen Probleme fast vergessen lassen.

Durch die Form der Berichterstattung in der Tagespresse werden Ängste geschürt, ohne dass für den Einzelnen mitunter erkennbar ist, wie realistisch die Bedrohung für die eigene Person tatsächlich ist.

Während sich die Bürger hierzulande trotz des weit entfernten Ereignisses um ihre Gesundheit sorgen, erkranken in Deutschland jährlich ca. 400.000 bis 600.000 Patientinnen und Patienten an Infektionen, die im Zusammenhang mit einer medizinischen Maßnahme stehen. Zwischen 7.500 und 15.000 Menschen sterben jährlich daran. Zwanzig bis dreißig Prozent der Infektionen, so schätzen Experten, wären durch die Einhaltung von Hygienemaßnahmen vermeidbar."

So gesehen wird jedes Jahr eine Kleinstadt in Deutschland durch Infektionen und mangelnde Hygienestandards ausgelöscht - ohne dass es die Gemüter hierzulande sonderlich erhitzt.

Denn was fehlt sind die Sensationsmeldungen auf Seite 1 in der Tagespresse mit großformatigen Fotos von Sterbenden und Kranken, sowie Liveticker, die täglich unsere Opferzahlen nach oben korrigieren.


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(Artikel zuletzt aktualisiert am: 29.04.2011)

 

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