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Dass Lärm körperlich krank macht ist unumstritten und durch zahlreiche Studien - nicht zuletzt durch die der WHO (Weltgesundheitsorganisation) belegt. Körperliche Folgen können sein: Hörschäden, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Allergien, Migräne, erhöhter Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Beschwerden bis hin zu einem erhöhten Schlaganfallrisiko und Krebs.

 

Wenn Lärm krank macht

Das Problem ist keineswegs Folge unseres hochtechnisierten Zeitalters, in dem Fluglärm, Pressluftbohrer und wuppernde Bässe aus Stereoanlagen neuzeitliche Lärmquellen darstellen. Bereits die alten Römer klagten über Straßenlärm, wenn die Holzräder über das Pflaster ratterten und nächtliche Trunkenbolde durch die Straßen zogen.

Für den Körper spielt es zunächst keine Rolle, ob der Lärm bewusst wahrgenommen wird oder im Schlaf. So oder so reagiert er auf den Lärm. Die Tiefschlafphasen verzögern sich. Kinder reagieren anders als Erwachsene mit Erkrankungen der Atemwege. Ein viertel der europäischen Bevölkerung ist laut WHO zu hohem Lärm in den Nachtstunden ausgesetzt.

Individuelle Wahrnehmung

Lärm wird nicht nur als Geräusch wahrgenommen, er wird auch unterschiedlich bewertet. Dieses kommt besonders bei Nachbarschaftslärm zum Tragen. Zerstrittene Mietparteien werden selbst leise Störungen weitaus höher bewerten, als befreundete Nachbarn. Die Lärmemfpindlichkeit ist sehr individuell und nicht messbar - an guten wie an schlechten Tagen kann sie zudem sehr unterschiedlich sein. Millionen von Menschen hören schwer und nehmen schon von Hause aus Lärm weniger störend war, manche Frequenzen gar nicht.

Die psychischen Folgen von Lärm

Wesentlich ist auch hier, wie Lärm und Lärmquelle bewertet werden, wie lange die Störung anhält, ob sie vermeidbar ist und ob der Geschädigte die Möglichkeit hat, sich zu schützen. Permanenter oder ständig wiederkehrender (chronischer) Lärm löst Aggressionen aus, die unweigerlich Einfluss haben auf das Selbstemfpinden und die zwischenmenschlichen Kontakte. Versucht sich der Geplagte zu wehren können weitere psychische Folgen entstehen. Streit mit Nachbarn, dem Arbeitgeber oder Behörden sorgen für Belastung. Wer sich unverstanden fühlt, oder gar angefeindet wird - trotzdem doch eigentlich nur der Wunsch nach Ruhe besteht - leidet. Am Ende stehen nicht selten Resignation und Wohnungs- oder Arbeitswechsel an, so der Betroffene überhaupt die finanziellen Mittel besitzt.

Und hier endet oftmals nicht das Problem, wie man hoffen könnte, sondern es kann sich noch verstärken. Wer resigniert hat, weil er den selbstempfundenen "Terror" nicht mehr ertragen hat und Energie und Geld aufgebracht hat um dem Lärm zu entkommen, ist fortan noch weitaus stärker sensibilisiert für Störgeräusche. Selbst die sorgfältigste Wohnungssuche schützt nicht vor erneuter Plage. Mit jedem Mieterwechsel, mit Bauarbeiten, Straßenumleitungen, ungeahnten neuen Lärmquellen beginnt das Problem erneut und die körperlichen und psychischen Folgen können sich verstärken. Viele Menschen wechseln mehrmals in ihrem Leben Wohnung oder Wohnort, einzig, um dem Lärm in ihrem Umfeld zu entkommen.

Gesetzliche Bestimmungen

Für die Beschallung gibt es konkrete Lärmschutzverordnungen der Bundesländer, die zulässigen Lärm in Dezibel und in Uhrzeiten verklausuliert. Der Nachtruhe (ab 22:00 Uhr) wird stets eine höhere Bedeutung beigemessen - für einen gesunden Schlaf. Dass Millionen von Menschen in Wechselschicht oder permanenter Nachtschicht arbeiten und somit deren Schlaf in den Tag hineinfällt - bleibt dabei unberücksichtigt.

Durch die Nachtruheregelung ist der Irrglaube in der Bevölkerung weit verbreitet, jeder könne bis 22:00 Uhr so laut sein wie er wolle.

Erwachsene, die unter dem Lärm spielender Kinder leiden, haben mit Ihren Klagen vor Gericht nur noch wenig Aussicht auf Erfolg. Die freie Entfaltung der Kinder steht im Vordergrund - auch wenn das zuweilen auf Unverständnis stößt. Selbst stundenlanges Fußball spielen in Innenhöfen ist erlaubt, sofern der Vermieter dieses nicht verbietet - zum Wohle des Kindes. Insbesondere in stark bewohnten Gegenden kommt es immer wieder zu Streitigkeiten.
Eine Gesellschaft, die ihre Kinder in der Stadtplanung schlicht und ergreifend vergisst, ihnen keine Freiräume schafft, muss ihnen per Gesetz zumindest das Spielen in dunklen Innenhöfen neben Müllcontainern anbieten. Selbst wenn der nahegelegene Spielplatz nur wenige hundert Meter entfernt ist, bedeutet dieses besonders in den Großstädten für Kinder lebensgefährliches Überqueren mehrerer Straßen, um das Spielgelände zu erreichen.

Hilfe und Maßnahmen

Wer unter Schlafstörungen leidet, sollte zumindest den Versuch unternehmen, mit Ohrenstöpseln zu schlafen. Das Tragen ist mitunter gewöhnungsbedürftig, aber es kann zu einem gesunden Schlaf zurück führen. Hier empfielt es sich, viele Sorten durchzuprobieren, da Größe und Beschaffenheit sehr unterschiedlich sind.

Wer starkem Lärm ausgesetzt ist, kann Anzeige beim zuständigen Umweltamt erstatten. Tritt der Lärm verstärkt nachts auf, empfielt es sich den Polizeinotruf zu wählen. Polizisten registrieren den Lärm vor Ort, können die Anzeige direkt aufnehmen und an das zuständige Umweltamt weiterleiten. Dieses setzt voraus, dass der Betroffene bereit ist, Anzeige zu erstatten. Anderenfalls wird nur versucht, den aktuellen Lärm zu unterbinden. Im Extremfall, zum Schutze der eigenen Gesundheit, sollten diese Möglichkeiten zumindest in Betracht gezogen werden.

Wer unter Nachbarschaftslärm leidet, kann sich zunächst an den eigenen Vermieter oder an Mieterläden wenden. Der Mieterschutzbund bietet ebenso wie Mieterläden rechtlichen Beistand an und vertritt die Interessen der Mieter auch gegenüber Behörden, Parteien, Verbänden und gegenüber dem Gesetzgeber.

Für Fluglärm, Straßenverkehrslärm, Schienenverkehrslärm, Baustellenlärm, Gewerbe- und Industrielärm, Lärm aus Sport- und Freizeitanlagen, Veranstaltungslärm und und und sind verschiedene lokale oder überregionale Behörden zuständig. Die Adressen finden Sie im Internet in der Regel auf der Webseite Ihrer Stadt.

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